Interessanter Ort
Rhätische Bahn in der Landschaft Albula/Bernina

Station Stugl/Stuls

Unspektakulär tönt es, wenn man im Falle des Bahnhofes Stugl/Stuls von einer Kreuzungsstation spricht. Auch dass die Gebäude unter Denkmalschutz stehen, sagt noch nicht viel über die Besonderheit des Ortes aus. Doch die Station Stugl/Stuls ist ein einmaliges bahnhistorisches Ensemble.

Auf einem halb natürlichen, halb aus dem Berghang gesprengten Plateau stehen hier, mitten im Wald zwischen Filisur und Bergün, noch Bauten, die über 100 Jahre hinweg von der Frühzeit des Bahnverkehrs auf der Albulastrecke erzählen. Ein Wärterhaus, das, zumindest in Form einer Wärterbude, nach damaligem Gesetz alle drei Kilometer an der Bahnstrecke errichtet werden musste, kam hier zu stehen. Und hinter dem alten Bahnhofsgebäude, in dem auch der Stationsvorstand mit seiner Familie lebte, stehen heute noch das obligatorische Aborthäuschen, das Waschhaus, und etwas weiter entfernt, eine Arbeiterbaracke, die einst noch beim Bau des Albulatunnels als Unterkunft gedient hatte. Nach ihrer Verlegung nach Stugl diente die Baracke einige Jahre als Schulstube für die Kinder der Stulser Bahnleute. Zuvor hatten sich darin noch je zwei Schichtarbeiter ein Bett geteilt. Märchenhaft erscheint die Station Stugl/Stuls in ihrer gut hundert Jahre alten, unveränderten Erscheinung – vielleicht auch, weil hier sonst keine Siedlung zu sehen ist.

Der eigentliche Ort Stugl/Stuls liegt weit oben am Berghang. Und dort erhebt sich auf einem Hügel, wie zur Krönung des malerischen Ortes, ein kleines Kirchlein, das Fresken aufweist, die um 1350 entstanden sind. Es war wohl ein Schüler von Giotto, dem florentinischen Malermeister und Wegbereiter der Renaissance, der hier einst am Werke war. Und so zeigt sich einmal mehr im Albulatal, trotz der Abgeschiedenheit, die Kulturgeschichte von ihrer schönsten Seite.

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